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2706

Konferenz der äußeren Kolonien im Raumsektor Rama. Neutralitäts- und Unabhängigkeitserklärung.

Nun, da die Außenwelten auf sich allein gestellt sind, sind sie nicht mehr nur Zwischenstation für den Handel der Koalition mit anderen Völkern oder Zulieferer für neue weiter entfernt liegende Kolonien. Während die Koalition gegen Kisor in die Defensive rückt, entsteht in den Außenwelten eine leistungsfähige moderne Industrie und ein reger Handel untereinander und mit fremden Völkern. Der Umfang ist natürlich anfangs noch gering gegen die wirtschaftlichen Unternehmungen, die von der Erde ausgegangen waren, aber der Grundstein zu einer neuen Struktur der menschlichen Sphäre ist gelegt. An den Knotenpunkten des Handels innerhalb der menschlichen Sphäre entstanden neue Zentren dieser stark inhomogenen Zivilisation, wie Rama, Syrak oder Sterge.

Da die Verbindung zur Erde für drei Jahrzehnte nur schwach ist, fließt der in den Außenwelten erwirtschaftete Profit nicht mehr an den Ursprung des Kapitals, die Koalition, ab, sondern bleibt zur Investition in den Außenwelten.

Auch die Bewohner der Außenwelten breiten sich aus, jedoch nicht auf anderen, sondern auf den eigenen, größtenteils unberührten Planeten, denn nun sind die Mittel vorhanden, Ökologie und Geologie genauer zu erforschen, die Infrastruktur auszubauen und eigene Interessen voranzutreiben.

Die Bevölkerung der Außenwelten erfährt nur wenig vom Krieg der Koalition.

2706

Gründung des Fernhandelszentrums Ramas.

Das Rama-System entwickelt sich zu einem Handelszentrum für die Völker und Systeme der Umgebung.

2706

Beginn des Aufbaus von Selbstverteidigungstruppen in den äußeren Kolonien.

Viele Systeme in denen sich Menschen niedergelassen haben, verlassen sich auf den Schutz durch die solare Koalition. Das Solsystem ist immer noch mit Abstand die größte Macht der menschlichen Sphäre. Die Koalition ist in vielen Systemen und auf Planeten aktiv, wo es Probleme mit anderen Völkern gibt.

Aber inzwischen häufen sich Konflikte mit kisorischen Gilden. Die Gilden haben mehr Durchsetzungskraft, als viele lokale Fraktionen. Diese Konflikte binden die Kräfte der Koalition. Die äußeren Kolonien sind immer mehr sich selbst überlassen. Sie müssen sich selbst verteidigen können. Das ist nicht ganz einfach, denn die meisten von Menschen besiedelten Systeme sind sehr heterogen. Sie sind noch mehr fragmentiert als das Solsystem. Die Konzentration der Koalition auf die innere Sphäre führt dazu, dass sich viele Fraktionen in den äußeren Kolonien zu Schutzgemeinschaften zusammenschließen. In vielen Fällen entstehen so die ersten systemweiten Organisationen.

2706

Bombardierung Kisor Betas.

Eingesetzt werden nur kleine Nuklearwaffen bis 100 Tonnen Sprengkraft. Kisor wird durch den Angriff auf die Heimatplaneten überrascht, kann aber einen Angriff auf Alpha abwenden. Neun Monate später wird die Vergeltung auf das Sol-System abgeschlagen. Dieser Einsatz wird zu einer vernichtenden Niederlage für die schlecht vorbereitete Flotte Kisors.

2707

Beschluss des Konfliktvertrags auf Kisor.

Der Vertrag wird für sechs Jahre geschlossen zwischen 15 der 26 echten Gilden, davon vier Gilden als assoziierte Vertragspartner mit reduziertem Einsatz.

Neun Gilden treten dem Konfliktvertrag nicht bei, sondern blieben neutral. Dies zeigt, dass die Mittel der Kontroverse auf Kisor stark umstritten sind. Sieben Gilden treiben sogar weiterhin Handel mit Menschen, davon vier in den ersten zehn Jahren auch mit dem Solsystem. Die Gruppe der inoffiziellen Gilden blieb mehrheitlich neutral. Mit dem Konfliktvertrag entsteht auf Kisor der eigentliche Kriegsgegner der Koalition. Die teilnehmenden Gilden verpflichten sich, mindestens 40% ihrer Ressourcen für den Krieg zu verwenden. Das Oberkommando kann auf ca. 11% des gesamten wirtschaftlichen Potentials Kisors zurückgreifen. Nur dieser Beschränkung ist es zu verdanken, dass die Koalition trotz unterlegener Technik überhaupt bestehen kann, wenn auch nur unter Einsatz des gesamten wirtschaftlichen und technischen Potentials der menschlichen Sphäre. Auf einem Konfliktkongress 13 Jahre später treten sechs Gilden dem Vertrag bei, drei assoziierte Partner werden Vollmitglieder und zwei Gilden kündigen den Vertrag. Da sich die Koalition schon in der Defensive befindet, müssen die neu beitretenden Gilden wesentlich geringere Gewinnanteile akzeptieren. Durch den Zuwachs kann Kisor den Krieg ab 2720 mit 18% seiner Ressourcen führen.

2707

Kisor zieht seine Flotte in das eigene System zurück und beschränkt sich auf überraschende Bombardierungen auf Kolonien und Stützpunkte der Koalition.

Dabei fallen auch schwere Atomwaffen auf Tarus und Opal.

2708

Zur Jahreswende versucht die Koalition noch einmal Kisor zu überfallen, muss sich aber schnell zurückziehen.

Die kisorische Heimatverteidigung stützt sich auf die überlegene kisorische Technik und auf immense materielle Ressourcen. Unter dem Eindruck des überraschenden Terrorüberfalls der Koalition hatte die sogenannte erste Gilde die kriegführenden Gilden dazu verpflichtet, mindestens die Hälfte der Mittel allein für die Verteidigung des Kisorsystems aufzuwenden ("Totemverdikt"). Dieser Beschluss reduziert die offensive Kapazität Kisors deutlich und ist der eigentliche Grund dafür, dass die Koalition anfangs das Geschehen dominiert. Diese Phase dauert drei Jahre, dann wird das Verdikt immer deutlicher unterlaufen.

2708

Kontaktdrohung Kisors an die Kolonien der Menschen.

Das kisorische Oberkommando kündigt an, jeden Verkehr mit dem Solsystem als Kriegshandlung zu betrachten. Viele der äußeren Kolonien brechen daraufhin alle Kontakte ab.

Der Kontakt zur inneren Sphäre ist nicht nur durch Kisors Drohung verboten, sondern wird auf vielen Welten auch von der lokalen Gesetzgebung und der Exekutive durchgesetzt. Dies geschieht einerseits aus Angst vor Kisor, andererseits sind auch starke Kräfte in den Außenwelten froh, auf diese Weise von der Erde losgelöst zu sein. Eigentum solarer Fraktionen wird vielfach konfisziert oder faktisch enteignet, da die Eigentümer nicht mehr zu erreichen sind.

Bisher waren neue Planeten nur flüchtig erforscht und dann zur Besiedlung freigegeben worden. Meistens entstanden einige Städte mit Raumhafen und den umliegenden Siedlungen. Der Rest des Planeten blieb weitgehend unerforscht, denn die ansässigen Siedler hatten genug damit zu tun, ihr Einkommen zu sichern. Neue Auswanderungswellen ignorierten dann oft schon besiedelte Planeten, um sich auf völlig unbewohnten "eigenen" Planeten niederzulassen, obwohl sie auf älteren Kolonien Infrastruktur und eine erforschte Ökologie umsonst bekommen hätten.

Die Kolonien sind bei Kriegsbeginn schon weit genug entwickelt, um ohne die Koalition auszukommen. Trotzdem bedeutete der zeitweilige Verlust des Sol-Systems als Handelspartner einen harten Schlag auch für die Wirtschaft der äußeren Kolonien, denn die vielen Milliarden Menschen des Solsystems und der Erde sind bei weitem der größte Absatzmarkt der menschlichen Sphäre.

Die Industrie und die Handelsgesellschaften, die dort draußen ihre Basis haben, hatten aber genug Zeit, um sich auf die neue Lage einzustellen. Sie wenden sich nach außen, anderen Völkern zu und konzentrieren sich auf Konsolidierung und Ausbau der bisher besiedelten Planeten, da der Auswandererstrom, der ständig nach neuen Planeten verlangte, abbricht. Dies führt zu einer Gesundung der Struktur der Außenwelten.

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