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2432

Die Pallas Domäne besetzt und annektiert den Huayuan Tiankong Cluster.

Der Huayuan Tiankong Cluster ist eine Gruppe großer Habitate im Asteroidengürtel. Konflikterklärung des Danyuan (Verbund von Basen und Habitaten im mittleren System). Guerillakrieg und Anti-Terrormaßnahmen. Wirtschaftsembargo des Danyuan und Mars gegen die Domäne. Das Embargo wird Unterlaufen durch das Muweisan-Direktorat (Jupiter).

Die Habitate des Huayuan Tiankong Clusters befinden sich auf unabhängigen Solarorbits im äußeren Asteroidengürtel. Sie korrigieren aber ihre relativen Positionen regelmäßig, so dass sie nie weiter als 1 Million km auseinanderdriften. Im Gegensatz zu anderen Habitaten, hat Huayuan Tiankong ursprünglich keinen bedeutenden Asteroiden als Rohstoffquelle. Huayuan Tiankong wurde im Lauf der Jahrhunderte im leeren Raum gebaut. Der Cluster exportiert Kreativleistungen und importiert Rohstoffe. 2401 wurde ein Eis-Komet beim Habitat Jiadasha verankert.

Akteure von Pallas besetzen die zentralen Einrichtungen von Jiadasha. Sog. Befreiungsakteure besetzen von dort aus die meisten anderen Habitate im Cluster mit 70% der Bevölkerung. Die Befreiungsakteure werden von Pallas unterstützt. Pallas liefert Transportmittel, Waffen und Ausrüstung zur Lebenserhaltung. Die Koalition und viele andere Mächte des Systems protestieren.

Nach längerem Zögern unterstützt Danyuan die sog. Friedensakteure in besetzten und freien Habitaten. Friedensakteure besetzen 2434 den Eis-Kometen und verweigern Wasserlieferungen. Pallas setzt eigene Truppen ein, um die Wasserversorgung für die befreiten Habitate zu retten. Zur weiteren Sicherung bleiben Pallas-Verbände stationiert. Das Eis-Depot wird befestigt.

Bis 2437 werden noch weitere Habitate durch Pallas "befreit". 10% von Huayuan Tiankong werden durch Danyuan militärisch verteidigt. Die Wirtschaft von Huayuan Tiankong ist sehr stark betroffen. Der Export geht um 80% zurück. Die Unterstützung für Huayuan Tiankong belastet den Haushalt der Pallas Domäne.

Eine ungerechte Verteilung der Kosten innerhalb der Domäne löst später den Putsch der Nabe aus und trägt so zum Ende des transorbitalen Ausgleichs bei.

2434

Ein Schiff entfernt sich innerhalb von sechs Wochen über eine Lichtwoche vom Sonnensystem.

Die scheinbare Geschwindigkeit von Raumkrümmer-Antrieben erreicht damit ein Sechstel der Lichtgeschwindigkeit. Der Versuch wird aufwändig vorbereitet. Eine Flotte von Hilfsschiffen räumt die vorgesehene Strecke frei von Störmassen.

2435

Sezession des Andenbundes. Austritt aus der Union.

Abschluss einer Freihandelszone zwischen Unionsbundesstaat Brasilien und dem Andenbund. Protest der Union. Entzug der Stimmrechte für acht Jahre. Daraufhin erklärt Brasilien den Austritt aus der Union. Handelsboykott der Union gegen Südamerika. Blockade der atlantischen und mesoamerikanischen Vakuumbahnen. Konkurrenz zwischen Andenbund und Union um Kolumbien und Venezuela. Wachsende Spannungen. Ex-Präsidentin Gabriela Antonia Garcia Segura von Brasilien führt eine Schlichtung herbei, die den Weg zum Koexistenzvertrag öffnet. Quito wird zur Transferregion zwischen der isolierten Erde und dem Sonnensystem.

2440

Zerstörung der Asteroidenbasis Newplace durch Zusammenstoß mit einem ÜL-Transporter.

Beginn des ÜL-Flugverbots innerhalb der Uranus-Raumkugel.

2445

Das Scum-Festival wird Teil der Popkultur.

Das Scum-Festival ist seit 60 Jahren ein regelmäßiges Treffen von Außenseitern, freien Lastkähnen, hafenlosen Wohnschiffen und mobilen Koppelverbänden mit Schleppern. Die meisten Bewohner der Schiffe haben keine Aufenthaltsgenehmigung für Raumstädte und -stationen. Viele sind staatenlos. Stationsverwaltungen betrachten die Schiffe als Abschaum oder Kriminelle. Tatsächlich dürfen viele der Schiffe nicht an den großen Stationen andocken, geschweige denn an Mars-Aufzugszugängen. Ein Treffen im leeren Raum ist für sie die einzige Möglichkeit physische Dinge auszutauschen.

Begonnen hat das Scum-Festival als Handelstreffen von fünf Lastkähnen mit Wohncontainern. Die "Schiffe" kamen alle 2,1 Jahre zur Mars/Jupiter Konjunktion zusammen, um Hardware, Fabinput und Lebensmittel zu tauschen und sich ohne Lichtverzögerung zu besprechen. Damals ging es um existentielle Bedürfnisse und Strategien für den Umgang mit gemeinsamen Problemen. Schon früh gab es neben den geschäftlichen Treffen auch soziale und kulturelle Acts.

Beim 13. Treffen, damals noch nicht als Festival bezeichnet, kam die Memslam-Legende Krex Kabamba. Der Auftritt war inszeniert als Underground-Event aber Kabamba hatte ein Medienteam eingeladen, das im inneren System eine hohe Aufmerksamkeit erzeugte. Sie erreichten integriert einen ph-Wert von 15 (Prozentstunden Marktanteil). Das genügte, um beim folgenden Treffen 2.000 Fans in eigenen Fahrzeugen anzuziehen. Besucherzahlen und Show-Acts nahmen ab da stetig zu. Zum 15. Festival wurde ein Truppentransporter zusätzlich als Veranstaltungs- und Übernachtungsort gemietet. Seit dem 21. Scum-Festival findet die Veranstaltung jedes Marsjahr statt (etwa 1,9 Erdjahre).

Obwohl inzwischen hunderte mobile Einheiten zusammenkommen, übersteigt die Zahl der Besucher die der Bewohner bei weitem. Die Organisatoren mieten die Docks von Sdinhavn als Veranstaltungsort. Systemweit bekannte Künstler treten persönlich live auf. Es gibt eine große Zahl von Musikkonzerten, Medienpräsentationen, Kunstprojekten und interaktiven Wettbewerben.

Neben den passiven Medien, Musik, Film, V/AR (Virtual und Augmented Reality), Sensory Link, Memslam und Walkthroughs, gibt es viele Formate mit Publikumsbeteiligung: IM, AT, CD, AA (Interactive Media, Avatar Theater, Crowd Directing, Asymmetrische Abenteuer). Beim jedem Scum-Festival werden Stars geboren. Aber der Live-Charakter der Programmpunkte sorgt auch dafür, dass gehypte Stars abstürzen können, wenn ihre Performance enttäuscht.

Die Innersystem Creative Competition wird regelmäßig beim Scum-Festival abgehalten. Seit ScumXXV findet die Verleihung der MFP Slink-Awards (Marktorf Filmkraft Produkktion Sensory Link Award) parallel zum Festival statt, allerdings aus Sicherheitsgründen im Sdinhavn Kongresszentrum.

Viele Nachrichtenagenturen berichten vom Festival. Die Übertragungsrechte sind frei. Professionelle und semi-professionelle Slinker streamen rund um die Uhr. Millionen nehmen so quasi-live teil. Aber Slink ist nicht Scum, wie man so schön sagt. Ein Slink kann das persönliche Erlebnis nicht ersetzen. Deshalb kommen alle zwei Jahre 38.000 Besucher nach Sdinhavn. Der Eintritt ist auf 38.000 limitiert und die Organisatoren wollen die Präsenzveranstaltung nicht noch weiterwachsen lassen.

Die Veranstaltung wird finanziert durch Catering, Merchandising und Auftrittsrechte. Besucher müssen natürlich selbst für Lebenserhaltung und Sicherheitsversicherung aufkommen. Beides ist bei den etablierten Hotels in den Übernachtungskosten enthalten. Für die anderen 25.000, die zwei Wochen in den Truppentransportern kampieren, gibt es Komplettpakete. Die Eintrittskarten sind kostenlos. Sie werden je zur Hälfte verlost und über CRAP (ein Kreativarbeiter-Reputationsnetz) vergeben. Auf dem freien Markt werden horrende Preise gezahlt.

2449

Sogenannter "Putsch der Nabe" von Vesta Prime gegen die kollektive Führung der Pallas Domäne.

Ende des transorbitalen Ausgleichs. In den folgenden acht Jahren Unabhängigkeit der Protektorate.

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