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2980

Wiederbelebung der Reshumanis als interstellare Allianz der menschlichen Sphäre.

Die Reshumanis-Allianz war seit dem Verlust des Solsystems inaktiv, wurde aber nie formal aufgelöst. Mehrere Systeme der inneren Sphäre verpflichten sich zur Befreiung des Solsystems (Reconquista).

Auch feudal organisierte Mächte und White Noise-Anhänger sind Mitglieder von Reshumanis. Tatsächlich führte der Druck durch die Barbaren auch in der inneren Sphäre zu starker Machtkonzentration. In manchen Fällen ging die Macht von einer demokratischen Versammlung auf wenigen Familien oder Einzelpersonen über. Es gibt einige vererbte Präsidentenämter und Oligarchien, die aus den eher demokratischen oder anarchischen ersten Kolonien entstanden sind.

3020

Magnet-Unabhängigkeit.

Der Mars-Ring (Mars Geostationary Network) erhält einen Status als "Autonomes Lehen". In den nächsten Jahren verlieren die Dellianer der Venus-Orbitale (Venus-Barbaren) langsam an Einfluss im Solsystem. Venus bleibt das Zentrum des Systems. Aber einzelne irdischen Regionen, Habitate und Himmelskörper werden autonom. Nach einer kurzen Renaissance der Zentralmacht um 3060 verschiebt sich das Gewicht immer weiter zuungunsten der Venus.

Dellianer und andere Völker außerhalb des Solsystems geraten unter den Druck der sich ausbreitenden Chinti-Sphäre. Die Dellianer Sols verlieren die Unterstützung extrasolarer Vasallen, die ihre Anstrengungen auf die Chinti richten oder sogar von Chinti übernommen werden. Im Solsystem zersplittert die Dellianer-Herrschaft.

3080

Die Chinti-Expansion setzt wieder ein.

Druck auf alle lokalen Völker in Richtung Kisor/Interia, auch auf die herrschenden Barbarenvölker, die dadurch geschwächt werden.

3100

Rückzug der Sol-Barbaren in das innere System.

Rückgewinnung des äußeren Systems. Wirtschaftliche und kulturelle Blüte des Saturn-Systems.

3148

Aufstand im Erdorbit. Befreiung der Erde vom Joch der Barbarenfürsten.

Aufständische besetzen die Orbitalinfrastruktur. Mit Hilfe von Reshumanis wird der Solar Ballistic Shield reaktiviert.

3155

Isabella Akari Inghana-Shawnee geboren.

3162

Erste Konflikte zwischen Menschen der inneren Sphäre und Chinti Schwärmen.

3168

Akari Inghana wird erste Präsidentin der Reshumanis im Solsystem: Akari I.

Inghana war eine Anführerin des Widerstands. Sie wurde 3105 geboren als Akari Drazas-Shx. Sie legt die dellianischen Stammesnamen ab und wählt einen solaren Namen nach einem der ersten von Leccianern zerstörten Habitate, dem Inghana-Orbital beim Uranus. Das gerade reaktivierte SolNet wählt sie per Akklamation zur Präsidentin. Sie nimmt den Regierungsnamen Akari I. an und übernimmt den ursprünglich leccianischen Titel Beschützer von Sol. Nach 262 Jahren wird erstmals ein Mensch zum Beschützer.

3170

Wiederherstellung der Ordnung im gesamten Solsystem.

3176

Einigung des Solsystems.

Mit dem Beitritt der Venus-Föderation zu Reshumanis sind alle großen planetaren Regionen, fast alle Zwergplaneten, alle Orbitale, planetaren Ringe und Habitatcluster unter dem Dach von Reshumanis vereinigt. Das Charisma von Akari I. trägt wesentlich dazu bei, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit das gesamte Solsystem formal unter einer Regierung steht.

3180

Außerirdische Mikroben auf der Erde.

Neue Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Zehntel der irdischen Mikrofauna außerirdischen Ursprungs ist. Die fremden Lebewesen wurden im Lauf der letzten 500 Jahre unbeabsichtigt eingeschleppt. Viele fremde Organismen haben wegen ihrer inkompatiblen Biologie keine natürlichen Feinde. Sie können sich deshalb gut vermehren, stellen aber andererseits auch keine Gefahr dar.

Vor allem dort, wo sich Biofilme bilden und auf Oberflächen ist der Anteil der außerirdischen Lebensformen hoch. In der Flora und im Erdreich ist er dagegen vernachlässigbar.

Es gibt zellähnliche Formen, von Bakterien und Einzellern bis zu Mehrzellern, Pilzen und Kleinstlebewesen. Daneben gibt es aber auch auf der Erde ursprünglich nicht bekannte Mikro-Lebensformen: zellwandlose freie selbstreplizierende Makromoleküle, Archaeen-ähnliche Organismen, Semibioten, die eher belebte Materie sind als Lebensformen, sich aber fortpflanzen. Es gibt Mikroben von Exobiologien, die mit der irdischen DNA kompatibel sind. Viele basieren auf inkompatiblen Proteinsystemen von Aminosäuren, aber mit anderer Makroordnung. Und es gibt ganz fremde Informationsträger und Replikationsmechanismen.

Besonders erwähnenswert sind Morphzeller von Kofu (die sich zu verschiedenen makroskopischen Lebewesen zusammenschließen und dann wieder in Einzelarchaee trennen können), Extremophile aus vielen Quellen (die an manchen Schwarzen Rauchern der Tiefsee schon ein Drittel der Biomasse ausmachen), sog. Rostwürmer (eigentlich bakterienähnliche Einzeller, die von der Energie der Eisenoxidation leben und dafür das Rosten von ungeschütztem Eisen katalysieren. Sie treten in fadenförmigen Anordnungen auf, deshalb Rost-"würmer"), androidale Bakterien (die anorganische Makromoleküle in ihre Struktur einbauen um Nanoprozessoren zu synthetisieren, Herkunft unbekannt).

Wenn man genau hinsieht, dann findet man auch sogenannte Kessler-Viroidae, anorganische Viren, entdeckt von Zipi Kessler im Jahr 2478. Sie kommen aus dem interstellaren Raum, werden vom Sonnenwind der Heliosphäre und den Molekülen der äußeren Atmosphäre abgebremst und gelangen bis auf die Planetenoberfläche. Kessler-Viroidae sind eigentlich harmlos. Aber inzwischen weiß man, dass sie Genmaterial für Nano-Disassembler tragen, die viele verschiedene Biosysteme angreifen können. Eine Mutation der Kessler-Viroidae verursachte die Massara-Seuche 2746.

Einige parasitäre und symbiotische Lebensformen leben mit irdischen Mikroben zusammen. Dazu gehören auch Tamartaee, hocheffiziente biochemische Zellkraftwerke von Chulu, die von einigen irdischen Bakterien adaptiert wurden. Es gibt Versuche, mittels Genmodifikation menschliche Mitochondrien durch Tamartaee zu ersetzen. Man verspricht sich davon eine deutliche physische Leistungssteigerung. Das ist aber noch ein weiter Weg.

3190

Chinti-Katastrophe.

Ein Überraschungsangriff von Chinti-Schwärmen hat verheerende Folgen für das Solsystem.

3191

Verlegung des Protektorats nach Cobol.

3195

Erst erfolgreiche Schläge gegen die Chinti-Domäne.

3201

Akari I., die Präsidentin der Reshumanis im Solsystem wird zur Präsidentin der Reshumanis-Allianz gewählt.

Akari I. wird damit zur Vorsitzenden des Exekutivrats der interstellaren Reshumanis-Allianz. Mit der Rolle ist keine Regierungsfunktion bei den Mitgliedern verbunden. Die Mitglieder bleiben selbständig. Trotzdem wird die Wahl bei den meisten Mitgliedern ratifiziert in den gewählten Volksvertretungen, in stochastischen Erhebungen, durch Referenden oder durch positive Analysen von gesetzgebenden Infostrategen.

3203

Chinti-Krieg.

Bis 3325 viele Kampagnen und Gegenkampagnen zwischen Reshumanis und Chinti. Aufbau von ballistischen Schilden und Tiefraumsperren in allen größeren Bevölkerungszentren der Allianz.

3214

Bündelung der Verteidigung in der inneren Sphäre.

Die beweglichen Streitkräfte der Reshumanis-Mitglieder werden einem gemeinsamen Oberkommando unterstellt.

3235

Reform der Streitkräfte.

Die Flotte der Reshumanis-Allianz erhält einen transstellaren Haushalt in den alle Mitglieder entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen.

3251

Akari I. stirbt überraschend. Inauguration von Akari II. Bio-Axiom.

Staatstrauer in der Allianz. Die Tochter der Präsidentin, Isabella Akari Inghana-Shawnee, mit 96 Jahren eine der jüngsten Flottenadmiräle und zu dieser Zeit kommandierender Offizier der 83. Heimatschutzflotte im Asgard-System, folgt ihr als Reshumanis Präsidentin (Sol und Allianz).

Der Tag der Inauguration wird zum allianzweiten Feiertag.

Gerüchten zufolge steht Akaris plötzlicher Tod im Zusammenhang mit einer Chinti-Geheimoperation. Danach war Akari I. kompromittiert durch biologische Manipulator-Sonden. Durch die Kollision ihres Schiffes mit einem Kuipergürtel-Objekt tötet sie sich selbst (und die Besatzung), um zu verhindern, dass ihre Entscheidungen von den Chinti-Sonden kontrolliert werden. Sie wird nicht reaktiviert, da nicht bekannt ist, wann die Infektion stattfand und Backups möglicherweise auch betroffen sind.

Nach offizieller Darstellung war sie unterwegs auf einer Inspektionsreise. Sie traf dabei auf ein Schwarmschiff und verhinderte durch ihren persönlichen Einsatz die Neutralisierung wichtiger Verteidigungsanlagen.

Eine Reaktivierung als Android, Mech oder Avatar hatte die Präsidentin ausgeschlossen. Zitat: "Menschen sollen nicht von Robotern regiert werden". Seitdem gilt das sogenannte Bio-Axiom. Obwohl nie als formales Gesetz beschlossen, hat der Grundsatz lange Bestand. Er wird später sogar ausgeweitet auf das Kabinett, Berater und leitende Beamte. Mit hohen Ämtern ist der Verzicht auf Reaktivierung verbunden.

Auch eine Reaktivierung mit Amtsverzicht ist tabu. Manche Regierungen und Einzelpersonen sind sehr lange im Amt, oft Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Ihre Beziehungsnetzwerke wachsen im Lauf der Zeit durch lange Vertrautheit, gemeinsame Krisenbewältigung, gegenseitige Gefälligkeiten und Abhängigkeiten. Man will verhindern, dass diese Personen nach dem offiziellen Amtsverzicht Schattenregierungen bilden und weiter Einfluss ausüben. Wer regieren will, muss auf ein ewiges Leben verzichten, zumindest in der realen Welt. Eine Simulation in der virtuellen Sphäre ohne Realwelt-Kontakt ist davon ausgenommen. Das ist trotzdem ein signifikantes Opfer in einer Zivilisation der das Konzept eines permanenten Todes fremd ist. Aber auch die originalen biologischen Körper haben eine Lebenserwartung von Jahrhunderten und die Grenzen von medizinischer Hilfe, prothetischer Aufrüstung und vollständigen Mechs sind fließend.

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