Zeitleiste

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2875

Wirtschaftsaufschwung im Solsystem.

Der Aufschwung wird getragen durch den Schiffbau zur Unterstützung der Ifri-Allianz.

2882

Kisor konzentriert starke Kräfte auf das Solsystem.

Erste Kriegsschäden an solarer Infrastruktur.

2885

Materialschlachten in den äußeren Systemen.

Bis 2895 versuchen beide Seiten die Verteidigung des Gegners zu schwächen. Kampagnen mit großem Materialeinsatz und hohen Verlusten. Schäden an kriegswichtigen Einrichtungen, Rohstoffgewinnung, -verarbeitung und Produktion auf beiden Seiten.

2895

Militärisches Patt zwischen der Reshumanis-Allianz und Kisor.

Ein Großteil der kriegswichtigen Infrastruktur ist beschädigt oder zerstört. Aber die verteilten ballistischen Abwehreinrichtungen sind weiterhin funktionsfähig. Es gelingt nur selten Schläge gegen die inneren Systeme zu führen.

2899

Putsch der Leccianer im Solsystem.

Die leccianischen Söldner im Solsystem ordnen sich den Rog-Ozar Leccianern unter. Wenig später besetzen Leccianer verschiedener Stämme zentrale Verteidigungseinrichtungen und die Orbits der inneren Planeten. Ultimatum und Kapitulation der Menschen.

Beginn der Leccianer-Herrschaft im Solsystem. Gewaltsame Inbesitznahme von Habitaten, Orbitalen und planetaren Regionen. Mikrobiologische Reinigungen. Die solare Wirtschaft bricht zusammen. Die Versorgungslage ist dramatisch. Signifikanter Bevölkerungsverlust über mehrere Jahre. Weitreichender Verlust von Daten, Backups und Infosophonten.

2903

Die Führung der Rog-Ozar etabliert sich im Solsystem.

Venus-Orbitale werden zum Hauptsitz der Rog-Ozar Leccianer.

2906

Das Solsystem wird zum heiligen System der Rog-Ozar erhoben.

Zusätzlicher Machtgewinn für die Rog-Ozar durch reputationsbasierte Unterwerfung anderer Stämme. Der Leccianer Oo'knor ernennt sich zum Beschützer des Solsystems.

2910

Angriff Kisors auf das Solsystem abgewehrt durch die vereinigten Leccianerstämme.

Die Rog-Ozar schwören Rache für den Angriff auf ihr symbolisches/kulturelles/sakrales Zentrum.

2912

Belagerung des Kisor Systems durch Leccianer von Sol.

Kontinuierliche Erosion der ballistischen Abwehr Kisors durch Saturierung. Die Leccianer mobilisieren sehr große Kräfte durch den Einsatz temporärer Verbündeter und von Söldnern anderer Völker.

2924

Zerstörung der zwei Kisor-Planeten durch relativistische Angriffe.

Fast die gesamte Landfläche der Kisor-Planeten wird unbewohnbar durch kinetische Bombardierung. Da sich die Bevölkerung Kisors traditionell auf die Planeten konzentriert, kommt dies einer Auslöschung der kisorischen Zivilisation gleich.

2926

Vertreibung der Rog-Ozar aus dem Solsystem durch Dellianer.

Schwere Schäden an Venus-Orbitalen und schwebenden Bereichen. Der Dellianer Bilsass wird Beschützer von Sol.

2940

White Noise Philosophie von Reysalax.

Reysalax ist der "Weise von Sol", der strategische Berater des dellianischen Fremdherrschers im Sonnensystem. Die White Noise These (weißes Rauschen) erklärt die Fragmentierung der interstellaren Zivilisation zum Idealzustand. Die Statistik zeigt, dass große Imperien die Ausnahme sind. Sogar in weitentwickelten und wohlhabenden Gesellschaften gibt es territoriale Fragmentierung, wie zuletzt im Solsystem. Nur deshalb konnte es von Neobarbaren erobert werden.

Selbst der Einfluss der solaren Koalition reichte nicht weit über die Erde hinaus. Und nicht nur im Solsystem gab es viele unabhängige territoriale Souveränitäten. Sowohl das Thoris-System, als auch Artu mit seinen Millionen souveränen Clans, sind gute Beispiele für die Zersplitterung selbst hochstehender Zivilisationen. Das gilt umso mehr für gesellschaftlich und technisch weniger entwickelte Völker. Zu jedem Zeitpunkt leben die meisten intelligenten Wesen in kleinen Machtstrukturen, in souveränen planetaren Regionen und unabhängigen Habitaten. Zwar versuchen wohlhabende Völker immer wieder größere Machtbereiche herauszubilden und zu stabilisieren. Aus deren Sicht ist die Fragmentierung ein Interregnum. Aber insgesamt gesehen scheint das Interregnum – ohne die ordnende Hand eines großen Imperiums – eher der Regelfall zu sein, als die Ausnahme.

Das Zurückweichen des interianischen Imperiums lässt in den Randgebieten viele kontaktierte Völker führungslos zurück. Einigen fällt interianische Technologie in die Hände. Zusätzlich versorgen die ehemaligen Sklaven Gormans ihre Heimatvölker mit Technologie. Dadurch entsteht eine Welle gut ausgerüsteter Völker und Gruppen, die – aus Sicht der etablierten Gesellschaften – sozial und politisch unerfahren sind. Zumindest haben sie sehr unterschiedliche Denkweisen und ethische Standards. Teilweise ist das biologisch bedingt. Es gibt viele verschiedene Arten von Intelligenz, verschiedene Arten Information zu verarbeiten und in konkrete Handlungen umzusetzen. Alle diese Völker haben sich auf ihren Planeten evolutionär entwickelt. Deshalb sind ihre Denkweisen offensichtlich zielführend und richtig. Aber manche hätten wohl nie selbst den Sprung in eine interstellare Zivilisation geschafft. Diese Gruppen drängen nun vor allem aus den sogenannten Badlands in die ehemalige interianische Sphäre. Die Pax Interiana endet.

Die White Noise Doktrin entsteht auf dem Höhepunkt der post-interianischen Barbarenwelle. Sie bildet das theoretische Fundament für die Auseinandersetzung zwischen dem statischen Prinzip imperialer Macht und der Dynamik wechselnder lokaler Herrschaftsansprüche. White Noise negiert den Gegensatz zwischen großen ordnenden Machtstrukturen und dem Durcheinander von kleinen Herrschaftsgebilden. Nach White Noise existiert ein Kontinuum, das von kleinen Einheiten dominiert wird und große Machtbereiche nur als statistische Ausnahme zulässt.

Ein wichtiger Aspekt von White Noise ist die Drehung im gut/böse-wir/ihr Koordinatensystem. Das Fehlen von Ordnung wird positiv belegt während die Folgen imperialer Macht als negativ angesehen werden. Ordnung bedeutet nicht Frieden, sondern Zwang. Die Abwesenheit von Ordnung bedeutet nicht Chaos, sondern Freiheit. Damit verbunden ist natürlich das Recht und die Freiheit des Stärkeren. Es gibt Einflüsse von Sozialdarwinismus, der natürlichen Selektion starker Gesellschaften, wobei sich dies aber primär auf Gesellschaften und Soziologie bezieht und nicht auf Völker und unterschiedliche Biologie.

Die Begriffe Individualismus und Autonomie sind teilweise kompatibel mit solaren Ideologien, die dem Individuum den Vorrang geben vor der Gesellschaft und dem Staat. Beispiele sind die Menschenrechte der westlichen Ideologie des ausgehenden zweiten Jahrtausends, die Subsidiarität in der Yksityis-Philosophie und die "Rechte und Pflichten der Gemeinschaft und des Individuums" des kisorischen Alturismus.

Im Fall von White Noise fehlt allerdings der Schutz des Individuums durch die Gemeinschaft vor Übergriffen anderer. Eine gewisse Ordnung ist aber nötig zur Aufrechterhaltung einer technischen Infrastruktur und für mäßigen Wohlstand. Sicherheit entsteht nach White Noise durch persönliche Beziehungen, Vorteile und Abhängigkeiten. Letztlich bilden sich dabei feudale Strukturen.

Die White Noise Ideologie verbindet unterschiedliche Denkweisen. Auch Völker, die mit menschlicher oder kisorischer Moral nichts anfangen können, verstehen White Noise. Zumindest sind ihre Handlungen durch White Noise gedeckt. Sie können sich der Ideologie anschließen, ohne sich unterzuordnen.

2943

Als erster Nichtkalahner gewinnt der Mensch Domino Hacomini Bozo den Drachenflugwettbewerb auf Kalah.

Die Drachenregimenter sind die fliegende Kavallerie des planetaren Herrschers. Ausgewachsene Kampfdrachen erreichen eine Spannweite von 15 m und tragen bis zu 100 kg. Alle drei Kalah-Jahre werden die Drachenflugmeisterschaften durchgeführt. Dabei müssen die Teilnehmer ihre Geschicklichkeit bei der Beherrschung von Drachenwesen beweisen.

Die Drachen sind relativ intelligent auf der Stufe von irdischen Primaten. Die Beziehung zwischen Herr und Drache ist deshalb sehr stark und ähnelt eher einer Partnerschaft, als einem reinen Nutztierverhältnis. Die Familie Bozo gehört seit drei Generationen zu den fliegenden Garden des planetaren Herrschers.

Der Mensch Domino Hacomini Bozo wurde unter starken Protesten der einheimischen Teilnehmer zum zweiten Mal zugelassen. Er erreichte das Unmögliche indem er den Wettbewerb gewann, obwohl die Symbiose zwischen Mensch und Drache im Allgemeinen schwächer ausgeprägt ist, als die Beziehung zwischen Kalahnern und ihren Drachen.

Dieses Ereignis zeigt, dass sich viele Menschen inzwischen stark von der Erde gelöst haben und sich in neuen Umgebungen eingelebt haben und dort ihren Platz einnehmen. Es gibt inzwischen Menschen, deren Familien seit Jahrhunderten auf anderen Planeten zusammen mit anderen Völkern leben und die noch nie etwas von der Erde gehört haben.

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