Zeitleiste

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2808

Erster Kontakt mit den schwebenden Lebensformen des Riesenplaneten Tyr-83 Gamma.

Auf vielen Gasplaneten gibt es fliegende Lebensformen. Aber sehr wenige sind intelligent und mit noch weniger kann man wirklich kommunizieren.

2809

Entdeckung der intelligenten neandertalerähnlichen Wesen auf Folsoms Planet.

Auf einem weit entfernten terrestrischen Planeten werden Wesen entdeckt, die Homo neanderthalensis ähnlich sind. Weitere Untersuchungen ergeben, dass diese Wesen tatsächlich genetisch mit dem Neandertaler der Erde verwandt sind. Eine Erklärung für diese erstaunliche Entdeckung gibt es nicht. Man kann nur vermuten, dass ihre Vorfahren vor 30.000 - 50.000 Jahren von der Erde entführt und dort angesiedelt wurden. Seitdem haben sie sich weiterentwickelt und ohne die Konkurrenz zum Homo sapiens offensichtlich bis heute überlebt.

2811

Entdeckung eines uralten unterirdischen Raumhafens auf Thor.

Die Anlagen befinden sich in einem lang erloschenen Vulkan.

2813

Öffnung der historischen Archive der ausgestorbenen Sehala auf Kofu durch Forscher von Syrak.

Bei der Untersuchung von Ruinen entdecken die Forscher einen Zeitcache. Der Cache ist 120.000 Jahre alt. Er enthält historische Daten aus einer Zeit von vor 130.000 Jahren. Leider gibt es nur Informationen zu einem kurzen Zeitabschnitt. Über 400 Jahre sind die historischen Daten sehr ausführlich. Dann werden sie immer unvollständiger und allgemeiner. Zusätzlich gibt es aber Hinweise auf weitere Zeitcaches, die Daten zu anderen Zeitabschnitten enthalten sollen. Es gibt Koordinaten von zwei anderen Caches. Allerdings sind die Koordinaten nicht einfach zu entschlüsseln. Das Koordinatensystem ist unbekannt. Man weiß anfangs nicht, was die Symbole bedeuten.

Durch einen aufwändigen Vergleich von Kartenabschnitten in den historischen Daten und realen Geländeformationen auf Kofu kann das Koordinatensystem rekonstruiert werden. Auf manchen Karten fehlen Koordinatenangaben, aber man kann sie im Kontext der historischen Ereignisse zuordnen. Dafür müssen die Forscher sich intensiv mit der beschriebenen Geschichte auseinandersetzen. Manchmal sind es nur ein Hinweis in einem untergeordneten Abschnitt, mit dem sich Karten und Koordinaten kombinieren lassen. Dann stellt sich heraus, dass die Koordinaten der anderen Caches relativ zu Orten beschrieben sind, die im Archiv erwähnt werden. Deshalb muss man auch für die Entschlüsselung der Koordinaten wieder aufmerksam alle Daten auswerten.

Der nächste Cache, den man aufspüren kann, ist genauso strukturiert. Er hat wieder etwa 400 Jahre Historie und Koordinaten weiterer Caches, die genauso aufwändig entschlüsselt werden müssen. Mit der Zeit kristallisiert sich heraus, dass das kein Zufall ist. Die Sehala, die den Inhalt des Zeittresors entworfen haben, haben dafür gesorgt, dass man sich intensiv mit ihrer Geschichte auseinandersetzen muss, um den nächsten Cache mit der Fortsetzung ihrer Geschichte zu finden. Es genügt nicht, die Daten zu verarbeiten und zu durchsuchen. Viele Hinweise sind so versteckt, dass man sich in die Lage der Protagonisten hineinversetzen muss. Eine Aufgabe, die für KI und automatische Daten-Miner schwierig ist.

Die Sehala wollten, dass sich andere Wesen mit ihrer Geschichte beschäftigen und nicht nur Automaten. Sie spekulierten darauf, dass zukünftige Historiker viel Zeit investieren würden, um die Rätsel zu lösen und an weitere Caches zu kommen. Sie wollten anscheinend nicht einfach ein riesiges Archiv bereitstellen, das dem Entdecker einfach in die Hände fällt und dann vielleicht nur wieder archiviert wird. Sie wollten wohl, dass sich jemand intensiv mit ihrer Geschichte beschäftigt.

Offensichtlich war die Annahme richtig. Im Lauf der Zeit werden sehr viele Archive aufgespürt und entschlüsselt. Ein Cache führt zum nächsten. Jeder setzt die lange Geschichte der Sehala fort. Alle Caches sind in zwei Richtungen verknüpft, dem nächsten und dem vorherigen. Mit großem Aufwand kann man sich so durch die ganze Geschichte hangeln, egal welchen Cache man als erstes findet. Es ist eine sehr anspruchsvolle Schnitzeljagd für Historiker. Entworfen von den Historikern für ihre späteren Kollegen. Bereitgestellt von einem Volke, das nicht vergessen werden wollte.

Die Gesamtheit der historischen Archive der Sehala ist ein wichtiger Baustein für Historiker, die die Geschichte des lokalen Sektors rekonstruieren wollen.

2815

Erstmaliger Abbau der schwebenden Ducton Kristalle in der Dunkelwolke W33.

Die Kristalle entstehen durch eine natürliche Gasphasenepitaxie an Kristallkeimen in der interstellaren Gaswolke. Der Prozess verläuft sehr langsam. Die Kristalle wachsen in Millionen Jahren von mikrometergroßen Keimen zu einigen Zentimetern heran.

2817

Gründung der interstellaren Handelsbank auf Rama.

Die Bank wird binnen weniger Jahrzehnte zur größten Bank des Sektors.

2819

Kisor Beta übernimmt die Macht auf Kisor Alpha. Merantische Diktatur auf Kisor Beta.

Nationalistische Bewegungen gewinnen die Oberhand auf Kisor Beta. Schon seit der Monarchie vor Beginn der Gildenzeit gab es in der kisorischen Kultur immer wieder Phasen der Geringschätzung gegenüber anderen Völkern. Davon waren auch Kisori außerhalb des Kisorsystems nicht verschont. Diese Haltung wandelt sich zur ausgeprägten Fremdenfeindlichkeit auf Kisor Beta, nach der Annektion Alphas durch Beta im gesamten Kisorsystem. Das Kisorsystem wird im Lauf der folgenden 20 Jahre zentralisiert.

Die Entwicklung wird gefördert durch den wirtschaftlichen Niedergang, infolge der Auflösung der Gilden. Das weitverzweigte Machtgefüge der Gilden in der interstellaren Nachbarschaft bricht zusammen.

2820

Kisorische Truppen ziehen aus dem Solsystem ab. Einzelne Truppenteile beantragen politisches Asyl und bleiben als Söldner der Koalition.

Die wenige Jahrzehnte alte Militärallianz zwischen der Koalition und Kisor gerät durch die Ereignisse auf Kisor praktisch in Vergessenheit. Die merantische Diktatur, als Rechtsnachfolger der Regierung von Kisor Beta und damit der ersten Gilde, und die Koalition sind formal noch verbündet, als es später zu kriegerischen Handlungen kommt.

2821

Ende des Bürgerkriegs im Fox System durch Eingreifen Kisors. Proteste der Koalition.

Viele Singulariten müssen den Planeten verlassen und siedeln sich im Asteroidengürtel an. Sie werden dabei durch Hilfslieferungen mehrerer Menschenplaneten unterstützt. Trotzdem sind die ersten Jahre dieses Exodus sehr hart für viele Siedler. Nach 30 Jahren entsteht eine florierende Zivilisation im mittleren Fox-System.

2822

Der Koloss von Ifri beginnt sich selbst zu demontieren.

Das Riesenraumschiff unbekannter Herkunft war 130 Jahre zuvor entdeckt worden. Es hat eine maximale Abmessung von 200 km und einem Volumen von 84.000 Kubikkilometern. 80 Jahre später aktivierten Ingenieure von Ifri das semiintelligente Steuergehirn des Kolosses. Das Gehirn hatte mehrere Millionen Jahre geruht. Während der ganzen Zeit waren nur automatische Wartungsmechanismen aktiv gewesen.

Wenige Jahre nach der Aktivierung beginnt das Raumschiff, sich selbst zu zerlegen. Anfangs geschieht das noch unbemerkt durch die Wissenschaftler, die das Raumschiff seit 130 Jahren erforschen. Das Schiff beginnt im Inneren des gigantischen Schiffskörpers mit Vorbereitungen für die Demontage. 40 Jahre später wird der Vorgang offensichtlich. Die Hülle wird abgestoßen und unzählige Einzelteile strömen aus den offenen Segmenten. Viele Teile sind komplette Bauelemente. Manche sind sauber getrennte Abschnitte größerer Strukturen. Kleine Elemente sind in Containern zusammengefasst. Einige Container haben eigene Manövrierfähigkeiten. Alle anderen Teile werden von einem Heer von semiautonomen Schleppern bewegt, die das Schiff selbst herstellt.

Die Nachricht von der Demontage löst hektische Aktivität bei den Völkern der interstellaren Umgebung aus. Viele der Einzelteile sind als Rohstoffe gut zu gebrauchen. Manche Module sind sogar in funktionsfähigem Zustand. Es gibt Gerüchte über wertvolle Rohstoffe und Artefakte mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Bald kommen Bergungsschiffe und versuchen Objekte zu untersuchen und an Bord zu nehmen. Das erweist sich aber als schwierig. Die Schlepper des Kolosses verschieben überraschend oft Fragmente bevor sie an Bord genommen werden können. Manchmal gibt es Kollisionen von Containern mit anderen Fragmenten, so dass die Bergung abgebrochen werden muss.

Im Lauf der Jahrzehnte schreitet die Demontage immer weiter voran. Insgesamt kommen mehrere Milliarden Einzelteile aus dem Schiffskörper bis nur noch das Makroskelett übrig bleibt und ein zentraler Bereich von 200 Kubikkilometern, der die Demontage steuert.

Viele Milliarden Teile umgeben den ehemaligen Koloss von Ifri. Sie bilden eine dichte Wolke von Objekten mit unterschiedlichen Relativgeschwindigkeiten. Es ist sehr schwierig, sich kollisionsfrei einzelnen Objekten zu nähern. Fragmente von Kollisionen und Explosionen stellen eine zusätzliche Gefahr dar. Viele Bergungsversuche enden mit Schäden. Manche sogar mit dem Totalverlust von Schiff und Besatzung. Ein Bergungsunternehmen beim Koloss von Ifri kann Reichtum bedeuten oder schnellen Tod (zumindest den zeitweiligen bis zum Backup). Arbeiter in Mech-Shells bergen Objekte im Akkord. Sie gehen dabei große Risiken ein und werden nach Unfällen wieder neu instanziiert. Viele Arbeiter sind Uploads, je nach Kultur der beteiligten Fraktion als Freiwillige oder als Sklavenarbeiter.

Ifri profitiert als nächstes System sehr von Demontage und Bergung. Die Wirtschaft des Systems wächst über Jahrzehnte rasant.

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