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Besuch des Contour-Systemfahrzeugs bei Cobol.

Das Fahrzeug ist ein Konglomerat aus Milliarden Energieblasen zwischen einem Meter und zehn Kilometern Durchmesser mit einem Gesamtvolumen von vier Millionen Kubikkilometern. Contour-Inkarnationen und -Blasen durchstreifen den Sektor für drei Monate. Es wird berichtet von vielen Kontakten zwischen Menschen und Contour-Wesen, von gemeinsamen Reisen, Erlebnissen, Informations- und Erfahrungsaustausch. Nach mehrtägigen spektakulären Feiern reist die Hauptmasse des Contour-Fahrzeugs ab. Energieblasen werden noch weitere 20 Jahre gesichtet. Im Solsystem sogar wesentlich länger.

Das Contour-Fahrzeug entstammt einer weiter fortgeschrittenen (galaktischen?) Zivilisation. Es befindet sich nach Aussagen der Contour-Wesen auf ständiger Kreuzfahrt. Das Fahrzeug dient als mobile Basis für Inkarnationen von Contour-Wesen. Einige Menschen lernen Ausschnitte einer phantastischen Zivilisation kennen. Einzelne dürfen Zentren der Contour-Zivilisation besuchen. Deren reale Lage wird nicht bekannt. Man nimmt an, dass die Zivilisation im Wesentlichen delokalisiert ist und aus mobilen Netzknoten besteht. Die Erfahrungen mit Reisen von Menschen mit Contour-Wesen deuten auf zeitverlustfreie Kommunikation über sehr große Distanzen hin. Dabei bleibt unklar, ob die Contour überlichtschnelle Kommunikation mit großer Reichweite beherrschen oder ob die Kommunikation über ein Netz von interstellaren Relaisketten abgewickelt wird.

Während des Besuchs werden überall im System Myriaden mikroskopisch kleiner Energieblasen beobachtet. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Einheiten als Datensammler das System durchdringen. Die wenigen gesicherten Erkenntnisse über die Informationskapazität der Contour-Technik lassen vermuten, dass die Einrichtungen des Systemfahrzeugs einen vollständigen Informationsabzug der menschlichen Zivilisation von Cobol erzeugen. Einige Menschen, die in engem Kontakt mit Contour standen, berichten sogar von einer virtuellen Simulation der Menschheit von Cobol auf molekularer Ebene und von Begegnungen mit menschlichen Inkarnationen der Contour. Ob die Menschheit nur Studienobjekt ist oder damit auf unvorstellbare Weise zu einem Teil der Contour-Zivilisation geworden ist, bleibt Spekulation.

Trotz vieler Kontakte bleiben nur wenige greifbare Einflüsse in Kultur, Wissenschaft und Technik. Es scheint, als ob die Contour den Informationsfluss sehr genau gesteuert haben, um die Auswirkungen ihres Besuchs zu minimieren.

Das Contour Systemschiff hinterlässt nicht nur im Cobol-System, sondern in mehreren bewohnten Sonnensystemen der näheren Umgebung sogenannte Bojen: milchig-weiße kugelförmige Energieblasen verschiedener Größe. Die Bojen zeigen außer gelegentlichen Ortswechseln keine Aktivität. Im Sol-System wurden bislang 14 Bojen entdeckt. Die meisten mit Durchmessern von etwa 1 bis 10 Meter. Die bekannten Bojen sind verstreut über das gesamte Sonnensystem, eine innerhalb der Merkurbahn, zwei im Mars-Erde Bereich, acht (!) in Jupiterumlaufbahnen und eine bei Neptun. Die übrigen zwei befinden sich Leerraum weit über, bzw. unter der Ekliptik. Die Neptunboje ist mit 50 m Durchmesser bei weitem die größte.

Warum sich mehr als die Hälfte aller gesichteten Contour Bojen bei Jupiter befinden, ist nicht bekannt. Die Contour interessieren sich anscheinend sehr für die Vorgänge auf Jupiter. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass es auf Jupiter doch Leben gibt, vielleicht sogar intelligentes Leben. Sollte tatsächlich intelligentes Leben auf Jupiter der Grund für das Interesse der Contour sein, dann befindet es sich aber noch nicht im technischen Zeitalter und macht sich noch nicht bemerkbar, zumindest nicht für uns.

Jupiter scheint für die Contour mindestens genauso interessant zu sein, wie der gesamte Rest des Systems, mit Erde, Mond, alle anderen bewohnten Planeten und tausenden Habitaten im Raum. Das ist nicht verwunderlich, da die Oberfläche Jupiters 100 Mal größer ist als die Erde. Falls es Leben auf Jupiter geben sollte, dann ist die Vielfalt der Arten vermutlich erheblich größer, als die des Lebens von der Erde.

2793

Entdeckung der nichtintelligenten Telepathen von Raom.

2794

Das Auftauchen eins Hro sorgt für viel Unruhe unter den Mercatos.

Dies ist wahrscheinlich der erste Irun-Anwärter seit mehreren tausend Jahren.

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Unglück der Argentina.

Das vollbesetzte Passagierschiff kollidiert beim Eintritt in das Cobol-System mit einem Asteroiden und explodiert. Rettungskräfte bergen 143 Opfer, 498 werden vermisst.

Unter den Opfern sind der Gouverneur von Syrak und der Botschafter von Artu auf Cobol mit seinem Gefolge. Der Passagierraumer war mit 485 Gästen, davon 462 Menschen, und 156 Besatzungsmitgliedern voll besetzt.

Die Argentina kommt vom Solsystem. Sie nähert sich der Ekliptik im ÜL mit einer effektiven Geschwindigkeit von 3400 km/s, etwa 30 Millionen Kilometer außerhalb der Poseidon Bahn. Sie trifft den Himmelskörper, einen Nickel-Eisen Asteroiden von 180 m Durchmesser, wenige Sekunden nach dem Wiedereintritt.

Asteroiden dieser Größenklasse werden vom Deepspace-Radarnetzwerk überwacht. Der Himmelskörper befindet sich auf einer irregulären Bahn, die vermutlich vom nahe stehenden Hades aus einer Bahn im Kuiper Gürtel auf eine einwärts gerichtete Ellipse gelenkt worden war. Er wird inzwischen von der Raumüberwachung erfasst. Der Asteroid wird Cobol in 11 Jahren in der sicheren Entfernung von 354 Millionen km passieren.

Die Flugsicherheit im äußeren System gab in jüngster Zeit wiederholt Anlass zur Sorge. Im Sol-System ist der Überlichtverkehr innerhalb der gesamten Uranus Raumkugel schon seit der Newplace-Katastrophe im Jahr 2440 verboten.

Der Sprecher des Pilotenverbands fordert unterdessen einen umfangreichen Ausbau der Objektüberwachung im äußeren System, um den ständig wachsenden Verkehr besser abzusichern.

2796

Mit der Fertigstellung der Mars Ring Bahn (MaGNet: Mars Geostationary Network) wird der Marsring vollendet.

Drei Aufzüge verbinden die Oberfläche mit dem geostationären Ring. Auf dem Ring befinden sich mehrere wichtige industrielle Knotenpunkte des mittleren Systems.

2797

Entdeckung des beringten Sterns eDrunot 2710 (1966 Lj).

2799

Beobachtung des Exodus der Altele, die vor ihrer sich aufblähenden Sonne fliehen müssen.

Das Schiff der Europäischen Forschungsstiftung erreicht das System der Altele zu einem Zeitpunkt, als der Zentralstern sich auf den 10-fachen Durchmesser aufgebläht hat. Die Temperaturen des vorher bewohnbaren Planeten beträgt 350 K. Die gesamte Zivilisation wird zu dieser Zeit von den inneren Planeten zu den äußeren Gasplaneten verlegt.

2800

Chinti Bürgerkriege.

Zeit der streitenden Schwärme. Chinti-Schwärme kämpfen um die Vorherrschaft. Die Auseinandersetzungen dauern mit Unterbrechungen 300 Jahre an. Um 3060 kann die Chsfzsh-Fraktion ihre größten Konkurrenten bezwingen. Bis 3100 ist die Chinti-Sphäre wieder geeint.

2801

Inbetriebnahme einer uralten, von einem unbekannten Volk vor ca. 200.000 Jahren erbauten Funkrelaisstrecke zwischen Rama und Sterge.

Naturgemäß existieren Hyperfunkstrecken sehr lange. Im Allgemeinen werden sie nicht abgebaut, sondern überdauern die Zivilisation, die sie geschaffen haben. Die Funkstrecken geraten in Vergessenheit, wenn die Knotenpunkte im Lauf der Geschichte sich irgendwann einmal Technik oder Unterhalt nicht mehr leisten können. Obwohl Hyperfunkstrecken aus Tausenden oder Hunderttausenden von Tranceivern bestehen und inzwischen viele Zivilisationen solche Strecken aufgebaut haben, verlieren sich die Stationen im interstellaren Raum. Nur unter besonders günstigen Umständen gelingt die Lokalisierung und Inbetriebnahme einer existierenden Funkstrecke. Die Entdeckung der Funkstrecke Rama-Sterge war ein solcher Glücksfall. Sie war möglich nach der Entschlüsselung der Speicher der alten sog. Zentrale des Schiffsfriedhofs im System der Sonne Duma bei Rama. Die Daten gaben eindeutige Hinweise auf Koordinaten und Funktionsweise der Funkstrecke zwischen Sterge und der Duma Zentrale. Trotzdem benötigte eine großangelegte Suche 23 Jahre zur Lokalisierung aller notwendigen Tranceiverstationen. Neuausrichtung und Aktivierung verschlangen weitere 15 Jahre. Dabei wurde auch der Anschluss von Duma nach Rama über 10 Lj errichtet.

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