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2649

Angriff der Kelrecs auf das Sol-System.

Verteidigung mit technischer Hilfe Kisors. Starke Übernahme kisorischer Technologie.

Sechs Jahre zuvor besetzen Kelrecs völlig überraschend Cobol. Das war der erste Kontakt der Menschen mit Kelrecs von Miro. Zwei Jahre später ereilt Valerius das gleiche Schicksal. Bis dahin hatten viele Menschen im Solsystem gehofft, dass Cobol ein Einzelfall wäre. Aber inzwischen kommen immer mehr schlechte Nachrichten von solaren Kolonien und anderen bevölkerten Systemen in Richtung Miro. Die Koalition beginnt mit der Aufrüstung.

Vor der Kelrec-Krise war die Koalition eine UNO im interplanetaren Raum gewesen. Alle Systemmächte unterhielten ihre eigenen Verteidigungskräfte. Es gab sogar militärische Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Koalition. Die Koalition versuchte zu schlichten, stellte Friedenstruppen und interplanetare Polizeikräfte. Die Koalition war offiziell verantwortlich für die Außenbeziehungen, aber viele Systemmächte entfalteten eigene interstellare Aktivitäten.

Nach dem Valerius-Vorfall ändert sich der Charakter der Koalition. Nachrichten von den Plünderungen erreichen das Solsystem. In mehreren großen Mitgliedsstaaten stürzen Regierungen über die Empörung der Bürger und Bürgerinnen, dass die Menschen den interstellaren Gefahren schutzlos gegenüberstehen.

Schon lange gab es starke Interessen, die Koalition von einem losen Staatenbund zu einer Regierung des Solsystems weiterzuentwickeln. Diese Kräfte sehen nun die Krise als Chance, die Machtverteilung zu ändern. Mit dem Vertrag von Toronto werden die Mitglieder verpflichtet, im Verteidigungsfall die Hälfte ihrer Raumstreitkräfte dem Oberkommando der Koalition zu unterstellen. Der Militärhaushalt der Koalition wird wesentlich vergrößert. Der Koalitionsrat erhält besondere Vollmachten für den Fall eines extrasolaren Angriffs.

Ein Jahr später gibt es bei Eris während eines Manövers einen Schusswechsel zwischen Koalitionskräften und einem nicht identifizierten Schiff. Das Schiff wird zerstört. Man vermutet einen Kelrec-Kundschafter.

Generalsekretär Thomas Nhlapo nimmt den Eris-Zwischenfall zum Anlass, den Verteidigungsfall zu verkünden. Der Rat erhält damit ein Vetorecht für die Haushalte der Mitglieder. Raumfahrttechnologien und militärisch wichtige Forschungen werden priorisiert. Überall im System werden Werften auf- und ausgebaut. Zur Versorgung der Schiffsproduktion wird die Rohstoffgewinnung auf Merkur, im Asteroidengürtel und auf den Monden der Gasriesen intensiviert. Die Koalition bündelt die Verteidigungsanstrengungen. Sie koordiniert die Transformation der solaren Industrie zur einer Kriegswirtschaft.

Zwei Jahre vor dem Angriff der Kelrecs auf das Solsystem kommt überraschend Hilfe von Kisor. Kisor entsendet zehntausende Fachkräfte aus vielen technischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen. Kisor schickt keine eigenen Truppen oder Kampfmittel. Kisor will die Menschheit in die Lage versetzen, sich selbst zu verteidigen. Die Kisori optimieren technische Abläufe. Sie kümmern sich vor allem darum, die solare Wirtschaft effizienter zu machen. Sie identifizieren Engpässe und beheben sie durch die Einführung moderner kisorischer Designs und den Einsatz kisorischer Produkte. Bis zu 300.000 Kisori arbeiten im Solsystem als Technologieberater. Außer Personal schickt Kisor auch große Bibliotheken von Designs und Gigatonnen an technischer Ausrüstung. Kisorische Gilden organisieren den Transport zum Solsystem.

Aus Sicht solarer Nationalisten ist das eine große Verschwörung Kisors. Kisors Berater ("Embedded Consultants") erhalten Zugang zu allen Geheimnissen der Menschheit. Sie empfehlen Produkte, Designs und Leistungen kisorischer Gilden. Solare Firmen bestellen, Kisor liefert und die Koalition zahlt in Kriegsanleihen mit guter Rendite, die später teuer zurückgekauft werden müssen.

Mit der Hilfe Kisors kann der erste Angriff auf das Solsystem abgewehrt werden. Eine Vorhut der Kelrecs hatte überhastet angegriffen. Der überraschende Sieg der Menschen macht die Kelrecs vorsichtiger. Sie belagern das Solsystem und dringen langsam immer weiter vor. Unter großen Anstrengungen, mit Glück und mit Kisors Hilfe kann die Plünderung der Erde verhindert werden.

Die Belagerung dauert acht Jahre. Dann ziehen die Eindringlinge plötzlich ab.

Die solare Wirtschaft braucht 80 Jahre, um die Kosten für Kisors Hilfe abzuzahlen.

2650

Wundersame Rettung des Spacedomes mit mehreren Millionen Flüchtlingen.

Begründung der Spacedome-Legende. Anerkennung als Wunder durch zwei Weltreligionen.

Der Spacedome wird von Kelrec Kräften mehrmals massiv beschossen. Er entgeht der Zerstörung angeblich auf wundersame Weise.

Die erfolgreiche Abwehr der ersten zwei Angriffswellen kann – obwohl statistisch sehr unwahrscheinlich (0,1%) – wissenschaftlich erklärt werden. Der daraus folgende Ruhm führt dazu, dass sich mehrere Millionen verzweifelte Bewohner aus dem äußeren System dorthin flüchten. Im Verlauf der dritten Angriffskampagne werden alle Verteidigungsmöglichkeiten zerstört. Trotzdem erreicht keine der in der Endphase angreifenden Lenkwaffen ihr Ziel.

Der Legende nach werden die Flugkörper abgelenkt durch die gemeinsame geistige Anstrengung von 120.000 Teilnehmern einer spirituellen Messe. An der Messe nehmen Menschen aller Konfessionen und Religionen teil. Die Messe wird während der Angriffe organisiert von Werner Zellweger, einem Hindumönch von Nagora ("Spacedome-Legende"). Die christliche Glaubenskongregation im Raum erkannt die unwahrscheinliche Rettung als Wunder an und spricht Zellweger später heilig (Werner von Nagora).

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Zerstörung der Weltraumstadt Nagora.

Der Wiederaufbau beginnt vier Jahre später.

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Erster Kontakt mit der steinzeitlichen Kultur von Yaris.

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Die interplanetare Wirtschaft wächst rasant.

Die solare Schiffsindustrie erlebt durch die Belagerung einen enormen technischen und wirtschaftlichen Aufschwung und reißt die übrige Wirtschaft mit.

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Überraschender Rückzug der Kelrecs.

Das Interianische Imperium hatte Miro angegriffen und die Besatzungstruppen waren zurückgerufen worden, um den Heimatplaneten zu verteidigen. Es ist die letzte große Flottenaktion des Interianischen Imperiums. Solare Schiffe folgen den Kelrecs und treffen auf die interianischen Einheiten, die den Menschen die Position als Kontrollinstanz für Miro anbieten. So kommt die Koalition fast ungewollt zu einem Protektorat.

Die interianischen Truppen, die Miro besetzt hatten, übergeben die Kontrolle an die Koalition und ziehen sich innerhalb von neun Monaten zurück. Die Koalition hatte die Wahl, entweder die Kelrecs von Miro wieder sich selbst zu überlassen oder eine ständige Besatzung zu etablieren. Xenologische Studien wiesen darauf hin, dass die Mentalität der Kelrecs trotz ihres ungestümen Eroberungsdrangs unter Aufsicht doch friedlich sein würde. Das bestätigt sich in den Folgejahren und Miro offenbart ungeahnte Schätze in technologischer, als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Das Protektorat Miro wirft schon nach kurzer Zeit Gewinn ab für das Sozialprodukt der Koalition, den Koalitionshaushalt, für Handelsgesellschaften und Individuen, die mit den angesammelten Technologiegütern der Kelrecs Handel treiben.

2658

Fox: Kobesiedlungsabkommen.

15 Jahre nach der Erstbesiedlung bittet eine kisorische Religionsfraktion um die Erlaubnis zur Ansiedlung. Nach zweijährigen Verhandlungen wird ein Vertrag zur Ko-Besiedlung geschlossen. Auf Fox entsteht in den folgenden 30 Jahren eine gemischte menschlich-kisorische Gesellschaft. Die Siedlungsgebiete sind zwar getrennt, es gibt aber vielfältige kulturelle Verflechtungen und Handelsbeziehungen. Etwa ein Fünftel jeder Volksgruppe lebt in den jeweils anderen Gebieten.

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