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2397

Inbetriebnahme des Billion Square Kilometer Optical Network Teleskops.

Der Billion Square Kilometer Optical Network Terrestrial Planet Cartographer (BSON-TPC, kurz: Bison) hat eine interferometrische Ausdehnung von zehn Millionen Kilometern und eine effektive Fläche von 80 Millionen Quadratkilometern. Geplant ist ein späterer Ausbau auf 1 Milliarde Quadratkilometer Fläche.

Bison ist in der Lage extrasolare Planeten in 30 Lichtjahren Entfernung mit 10 km Auflösung zu kartographieren. Das reicht im Allgemeinen nicht, um Strukturen intelligenten Lebens zu entdecken, aber Kontinente, Land- und Wasserflächen und Wolkenformationen sind deutlich zu erkennen.

Die Beobachtungen im Lauf der nächsten Jahrzehnte liefern einige Überraschungen. Der aufgrund der Hinweise des Kaio-Schiffes vermutete Planet bei Ross 614 erweist sich als Asteroid von Vesta-Größe. Auf einem Planeten von Gliese 581 gibt es eine unerklärliche tektonische Aktivität, die 50 km große Strukturen periodisch im Ozean auftauchen und versinken lässt. In dem System, das 200 Jahre später als Artu bekannt wird, existieren im interplanetaren Raum technische Einrichtungen bis zu 100 km Größe.

2400

Raumkrieg zwischen Vesta und mehreren anderen Asteroidenstaaten (Dauer: sieben Jahre).

Ausgelöst durch den Panahapaja Zwischenfall. Totalverlust mehrerer unabhängiger Stationen und Basen mit insgesamt 86.000 Bewohnern. Ausdehnung der Vesta Hegemonie.

Bei den Kämpfen werden 12.000 Lebenslinien von Kombattanten terminiert (60% davon Uploads und KI), davon 5000 permanent. Bis zu 2000 Permanentopfer unter Uploads und KI wegen der Zerstörung der Backups auf betroffenen Stationen. Beim militärischen Personal erfolgreiche Reaktivierung menschlicher Opfer zu 20% als Upload. Für die zivilen Opfer gibt es nur wenige Backups (3%), die meistens nicht vollständig sind. 20 Großkampfschiffe, 100 Unterstützungseinheiten und 400 autonome Kampfeinheiten werden zerstört. Wandlung der Ideologie des transorbitalen Ausgleichs zum Machtinstrument.

2403

Erste Savant-Upgrades kommen auf den Markt.

Menschen mit Savant-Fähigkeiten können gezielt Fähigkeiten verstärken, vergleichbar dem Savant-Syndrom, das von manchen Autisten bekannt ist.

Der Savant-Modus ändert die Verarbeitung im Gehirn. In einzelnen Bereichen wird die Aktivität reduziert, in anderen dafür verstärkt. Manche kognitive Fähigkeiten können wesentlich gesteigert werden, weit über das normale Maß intelligenter Menschen hinaus. Es gibt Savant-Fähigkeiten für die Steigerung von optischer und akustischer Wahrnehmung, Mustererkennung, Erinnerung, numerische Fähigkeiten, optische, akustische und numerische Reproduktion. Meistens wird nur eine Fähigkeit verstärkt. Das genügt eigentlich immer für eine gestellte Aufgabe.

Der Savant-Modus ist nicht ohne Nachteile. Bei der Aktivierung der Savant-Fähigkeit leiden oft andere Fähigkeiten, z.B. die allgemeine Motorik. Bei gesteigerter Wahrnehmung von Details ist die Synthese von Gesamtbildern gestört. Das ist zwar ein momentanes Handicap, aber nicht dauerhaft. Wenn die Aufgabe lautet, große Mengen an Information schnell aufzunehmen, dann stört höhere kognitive Verarbeitung eher.

Vieles, was durch Savant-Fähigkeiten erreicht werden kann, ist im 25. Jahrhundert auch anders realisierbar. Schnelle optische Informationsaufnahme geht über Implantate vom Sehnerv direkt in den digitalen Speicher. Die Daten können dann später ausgewertet oder abgerufen werden. Ein fotografisches Gedächtnis ist Standard. Implantate können auch die Motorik steuern. Damit können normal begabte Menschen konzertreife Reproduktionen von optischen und akustischen Werken liefern. Natürlich unterstützen Implantate auch beim Rechnen indem sie das Rechnen komplett übernehmen. Die 19. Wurzel aus einer 99-stelligen Zahl zu berechnen ist heute normal.

Aber Savant-Fähigkeiten gehen über die Möglichkeiten der Implantate hinaus. Sie geben den Anwendern eine intuitive Einsicht in die Struktur des Problems. Während Implantate vor allem die Datenverarbeitung beschleunigen, verbessern viele Savant-Fähigkeiten das Verständnis von Information.

Mit etwas Übung kann man Savant-Fähigkeiten auch kreativ nutzen. Der tiefe Einblick in die Struktur von Problemen, von Informationen und möglichen Lösungen ermöglicht vorher unerreichte Kreativleistungen. Im Savant-Modus lassen sich viel komplexere Zusammenhänge erfassen. Alle Branchen, die hochdimensionale Daten analysieren und daraus Modelle erstellen, profitieren davon. Der Zugang zu Savant-Fähigkeiten wirkt wie das plötzliche Auftauchen vieler Genies in den theoretischen Wissenschaften.

Im Lauf der Zeit werden auch neue, nicht von natürlichen Savants bekannte, Fähigkeiten entwickelt. Mit dem Ninja-Upgrade erhält man absolute Orientierung, schnelle Reflexe und eine Dehnung der Zeitwahrnehmung. Allerdings ist die Nutzung von Ninja sehr anstrengend und verlangt danach eine längere Ruhepause. Diese Fähigkeit wird trotzdem schnell zum Standard bei Spezialeinheiten.

Savant-Upgrades gibt es als Gen-Modifikation, d.h. als Zusatz zu gängigen Genvorlagen. Viele Savant-Upgrades können auch nachträglich als Nanoimplantate installiert werden.

2406

Erster Flug unter Raummodulation in den Kuiper-Gürtel über die Grenzen des Sonnensystems.

Der Flug muss wegen eines schweren Schadens abgebrochen werden. Das Aggregat wird aufgegeben und die Besatzung braucht drei Jahre für den Rückflug.

2408

Der Rat der Koalition beschließt eine Höchstgeschwindigkeit für ÜL-Verkehr.

Die Grenze für Raumkrümmungsantriebe im Sonnensystem liegt bei effektiv 0,02 c (6.000 km/s).

Die ÜL-Technik ist noch sehr anfällig. Wiederholte Zwischenfälle mit Raumkrümmungsantrieben, deren mangelhafte Abschirmung zu Beinaheunfällen führte, veranlassten die Verkehrsbehörde der solaren Koalition zu schnellem Handeln. Die effektive Geschwindigkeit von Raumkrümmungsantrieben, liegt weit unter der Lichtgeschwindigkeit. Geschwindigkeiten ab 0,1 c sind sehr gefährlich für das Raumfahrzeug und den umliegenden Raum, da sich die Krümmungseffekte der Antriebe auf die Umgebung auswirken und mit der Antriebsstärke exponentiell wachsen.

2409

Nach mehreren schweren Unfällen mit Raumkrümmern wird der ÜL-Verkehr innerhalb der Asteroidenbahn verboten.

Trotz verschärfter Bestimmungen und größerer Vorsichtsmaßnahmen treten Rauminterferenzen mit verheerenden Folgen auf. Acht Unfälle kosten 83 Menschen das Leben. Eine Asteroidenbasis wird schwer beschädigt und fünf Raumschiffe zerstört.

2410

Urknall-Theorie widerlegt.

Astronomische Präzisionsmessungen des Giant Gravitic Interferometer Arrays bestätigen die CBM Theorie der Kosmologie (Communicating Bubble Multiverse). Damit wird die kosmische Inflation erklärt und die QLC Urknall-Theorie widerlegt.

Im Spektrum von akustischen Resonanzen im Gravitationswellenhintergrund findet sich der Beweis dafür, dass unser Universum die Hülle einer 4-dimensionalen Blase ist, die von anderen Universen mit Raumzeit angefüllt wird. Die Daten zeigen eine Asymmetrie, die auf eine 4-dimensionale Öffnung zu anderen Universen hinweist. Der aktuelle Durchmesser unseres Universums ist 490.000 (+/- 10.000) Mal größer, als der sichtbare Bereich. Damit beträgt das Volumen des Universums annähernd 10^50 Kubik Lichtjahre. Wir befinden uns nur etwa fünf Peta-Lichtjahre (5x10^15) von der Öffnung entfernt, also "relativ nahe". Trotzdem ist die Öffnung natürlich unerreichbar. Sie ist 45.000 Durchmesser unseres sichtbaren Bereichs entfernt.

Die Inflation wurde hervorgerufen durch einen besonders schnellen initialen Raumzeit-Strom. Die Frage bleibt, warum die Raumzeit von einem Universum zum anderen fließt und wie schnell sie wieder abfließen kann. Da die Inflation nur 10^-30 Sekunden dauerte, liegt die Vermutung nahe, dass eine mögliche kosmische Deflation genauso schnell gehen könnte, d.h. das Multiversum kann unserem Universum seine Raumzeit von einem Moment auf den anderen entziehen.

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