Zeitleiste

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2321

Selbstgewählte Isolation der Erde.

Extremer Neosozialismus. Aufgabe vieler orbitaler Fabriken. Einschränkung der Raketentransporte. Bau der interkontinentalen Vakuumbahnen. Verfolgung von Expansionisten.

2322

Beginn expansionistischer Propagandasendungen an die Erdbevölkerung durch außerirdische Sender.

2326

Kriegserklärung an die Koalition.

Nach Warnung an die solare Koalition vor Einmischung auf der Erde und weiteren Propagandasendungen des Mars schließlich Ultimatum der Erde an die Koalition.

Die Zerstörung eines Handelsshuttles in Montevideo bleibt die einzige bewaffnete Handlung des Krieges.

2327

Schwächung der irdischen Zentralregierung durch die Kirchhoff-Gesetze.

2328

Rücknahme der Kriegserklärung. Ende der Propagandasendungen.

2330

Konferenz von Quadrupol.

Einvernehmen über Politikänderung der Koalition. Friedenskonvention. Akzeptierung der irdischen Isolation und Konzentration auf die Entwicklung der interplanetaren Gesellschaft.

2333

Die Entwicklung des Konvertertriebwerks verkürzt die Reisezeiten auf ein Viertel.

Damit rückt das Jupitersystem mit 2-3 Wochen Flugzeit vom Mars (Opposition) in die Reichweite für kommerzielle Unternehmungen.

2335

Übertragung der Verantwortung für die Außenbeziehungen an die Koalition.

Die UPO war ursprünglich als Dachorganisation souveräner Staaten gegründet worden. Nach dem Austritt der Erde und der sich verschärfenden Konfrontation mit deren sozialistischer Regierung rückt die interplanetare Zivilisation enger zusammen. Anfangs treten die solaren Staaten nur die Verwaltung der (theoretischen) Außenbeziehungen ab. Die Koalition achtet die Souveränitätsinteressen der Mitglieder und nimmt nur geringen, mäßigenden Einfluss. Sie bietet dadurch eine geringe Angriffsfläche für Gegenbewegungen, während Ihre Aufgaben langsam aber stetig wachsen.

Erst später, als der Konflikt mit der Erde erneut gewaltsam ausbricht, kommt die Außenverantwortung zur Wirkung. Die Verteidigungsanstrengungen werden durch die Koalition gebündelt. Nach dem erfolgreichen Ausgang übernimmt die Koalition die Führungsrolle und wird mit der dann sehr wichtigen Außen- und Verteidigungsverantwortung zur Staatsmacht im Solsystem.

2336

Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten wird die Coenen-Station (Jupiterorbit) in eine Asylkolonie umgewandelt.

Coenen bietet Emigranten anderer Staaten Asyl als Serviceleistung. Das Asyl wird meistens von den Absenderstaaten finanziert. Coenen und andere Nachahmer nehmen im Lauf der nächsten 100 Jahre drei Millionen Exilanten auf. Die mittlere Lebenserwartung der Exilanten sinkt später auf drei Monate. Damit kommt Exil fast einem Todesurteil gleich.

2337

Übernahme der wiederaufgebauten L5 Gemini-Kolonie durch Kopernikus. Gemini verlässt die Palladische Liga.

Die Liga war die erste Organisation unabhängiger Habitate gewesen. Aufgrund der Verhältnisse zu ihrer Gründungszeit war sie stark an der Erde orientiert und hatte auch einen Sitz im Weltrat. Die Palladische Liga war ideologisch durch die Erde geprägt. Als interplanetare Organisation befand sie sich damit in Konkurrenz zum expansionistischen Bund von Tara. Mitte des 24. Jahrhunderts verlagert sich der Schwerpunkt der interplanetaren Ordnung zu Mars und Ceres. Die Mitglieder der Liga geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten und einige begeben sich, wie Gemini, in fremde Abhängigkeit.

2338

Mehrere automatische Tankstationen im Asteroidengürtel unter KI-Steuerung bauen selbständig Filialen auf anderen Asteroiden.

Durch die Ligaflotte unterbunden. Dabei aktive Gegenwehr der Anlagen.

Manche KI können fliehen und verwenden dabei sehr weitentwickelte Infiltrationstechniken. Einige werden nie aufgespürt.

2340

Neuausrichtung der Raummodulation.

Untersuchungen des Kaio-Schiffes führen die Erforschung der Raummodulation in eine neue Richtung.

Die Entdeckung des Kaio-Schiffes kommt genau zur richtigen Zeit. Die Menschheit hatte schon einige Jahrzehnte zuvor erste Versuche mit Raummodulation unternommen. Schon vor der Entdeckung des fremden Raumschiffes gelang die Messung der Effekte der Raummodulation, was zu einem einfachen überlichtschnellen Empfangsgerät geführt hatte. Die Modulationstechnik ist experimentell so weit entwickelt, dass die untersuchenden Wissenschaftler die Funktionsweise der gefundenen Anlagen einordnen können. Die theoretischen Wissenschaften hinken den Versuchen aber noch weit hinterher und sind in eine Sackgasse geraten.

Die Hinweise, die sich aus der Analyse des ÜL-Antriebs und der Archive des fremden Raumschiffes ergaben, stimulieren die Entwicklung der Theorie und beschleunigen die Entwicklung des raumverzerrenden Effekts.

Untersuchungen bei anderen Völkern werden später zeigen, dass die Entwicklung der Theorie des ÜL-Antriebs und die Konstruktion des Geräts meistens wesentlich mehr Zeit erfordern.

Das Kaio-Schiff ist im Vergleich zur bekannten Technik auf hohem technischem Stand. Die verwendete Technik ist aber trotzdem in greifbarer Nähe. Man schätzt einen Vorsprung von nur wenigen hundert Jahren. Die physikalischen Grundlagen sind der existierenden solaren Technik ähnlich. Das ist ein Glücksfall, denn so können die Menschen von der außerirdischen Technik lernen.

2343

Erstmalige Austragung der solaren 0G-Spiele.

Im Laufe der 200 jährigen Besiedlung des Sonnensystems hatten sich unzählige verschiedene Sportarten unter Nullschwerkraft entwickelt. Die anfängliche Zersplitterung der solaren Zivilisation aufgrund der langen Reisezeiten führte zu oft stark unterschiedlichen Regeln, obwohl sich die Grundprinzipien ähnelten. Mit den Meisterschaften der Null-G Spiele bilden sich die Null-G Sportarten heraus, die für die nächsten 400 Jahre dominieren sollten. Die Spiele werden im Rhythmus der Ceres-Mars Opposition wiederholt. Austragungsort ist anfangs Phobos (7-mal), dann abwechselnd Phobos-Ceres-Nagora (3 Zyklen) und später verschiedene Orte im Sonnensystem.

2346

Faktische Auflösung der Palladischen Liga durch Aufgabe des Sitzes im Weltrat und Rückgabe der Souveränität an die Mitglieder.

Die Palladische Liga bestand dem Namen nach noch 80 Jahre länger.

2347

Die mobile Raumkolonie Esperanza verlässt das Sonnensystem mit einer Endgeschwindigkeit von 600 km/s.

Die Esperanza startet unter großer Medienbeteiligung. Man geht davon aus, dass die Kosten vollständig über Medienrechte und Merchandising gedeckt wurden. Esperanza reist mit 0,2% c und soll Alpha Centauri 850 Jahre später erreichen. Die Raumkolonie meldet sich regelmäßig über 20 Jahre bis in eine Entfernung von fünf Lichtwochen. Das Medieninteresse nimmt schnell ab und wird durch die irdische Regierung stark eingeschränkt. Obwohl Position und Vektor genau bekannt sind, wird die Raumstation später im Zeitalter der überlichtschnellen Raumfahrt nicht wieder gefunden. die Vermutung, dass die Esperanza als Medienereignis inszeniert war und nie ein echtes Auswanderungsschiff war, liegt nahe. Angesichts der bekannten ersten Erfolge bei der Raummodulation erscheint es unwahrscheinlich, dass sich Kolonisten tatsächlich auf die lange und beschwerliche Reise begeben hätten.

2349

Omikron-Ereignis. Ein fremdes Objekt durchquert das Sonnensystem.

Das Objekt ist ca. 10 km groß. Es durchquert das Sonnensystem auf Höhe der Saturnbahn mit einer Geschwindigkeit von 370 km/s. Das Objekt scheint immateriell zu sein. Sein Kurs ist absolut linear ohne gravitative Einflüsse. Es gibt keine Kommunikation, nur einen Rendezvous-Versuch durch einen Fusionsfackel-Prospektor. Das Objekt verschwindet nach vier Monaten im interstellaren Raum.

Entdeckt wird das Omikron-Objekt durch seine Wechselwirkung mit dem interplanetaren Wasserstoff. Er sendet beim Durchgang durch das Objekt eine Cherenkov-ähnliche Strahlung aus. Aus dem Sternbild Löwe kommend, zieht das Objekt eine ideale Gerade unbeeinflusst durch die Gravitation der Sonne in Richtung des Wassermanns.

Wegen seiner flachen Neigung von nur 18 Grad zur Ekliptik wird es relativ früh entdeckt, bevor es die Uranusbahn erreicht. Der Saturn steht zu dieser Zeit auf der anderen Seite der Sonne. Das Objekt kommt bis auf 300 Millionen km an äußere Jupiter-Trojaner heran. Dort gibt es einige kleine Außenposten und unabhängige Basen. Aber die Entfernungen im äußeren System sind sehr groß. Von den Trojanern kann kein Schiff das Objekt erreichen. Ein Kometenprospektor auf dem Weg in den Kuipergürtel (die Guangxian von Xia Bing) kann sich unter Einsatz aller Treibstoffreserven bis auf 30 Millionen km nähern. Beim Punkt größter Annäherung bleibt trotzdem eine Relativgeschwindigkeit von 150 km/s so dass sich das Objekt jede Stunde wieder um eine halbe Million km von der Guangxian entfernt. Die Guangxian driftet anschließend mehrere Monate bis zur Neptunbahn, bevor sie aufgetankt und abgebremst werden kann.

Es gibt viele Theorien zur Natur des Omikron-Objekts. Manche Wissenschaftler halten es für ein unbekanntes makroskopisches Elementarteilchen, andere für das Produkt einer höherstehenden Zivilisation.

Richtung und Geschwindigkeit favorisieren allerdings eine andere exotische Theorie. Das Omikron-Objekt könnte ein sogenannter Uananchi-Knoten sein, ein Punkt im Raum, der in der Raumzeit fest verankert ist (vor Neneh Uananchi, 2231, auch Archimedischer Punkt genannt). Tatsächlich befindet sich das Omikron-Objekt in Ruhe bezüglich des kosmischen Mikrowellenhintergrunds mit einer Relativgeschwindigkeit von unter 10 m/s. Da sich das Sonnensystem mit der Milchstraße in Richtung des Attraktors im Sternbild Löwe bewegt, kam es mit 370 km/s am feststehenden Uananchi-Knoten vorbei, der also nur scheinbar das Sonnensystem durchquerte.

Die Bahn des Omikron-Objekts ist sehr genau bekannt. Trotzdem wird es im Zeitalter des ÜL-Flugs nicht mehr wieder gefunden.

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