Siedlungspolitik auf Konfrontationskurs

Siedler und offizielle Siedlungspolitik führen die Menschen in den Krieg mit Kisor

Der Konflikt mit Kisor entstand schon um 2560, als die Siedlungspolitik der Koalition immer imperialistischer wurde und Machtanspruch auf andere Planeten erhob. Als die Koalition dann auch versuchte diese Politik mit Gewalt durchzusetzen, traten ihr die Kisor-Zwillinge entgegen. Die Kisor-Planeten hatten aus Tradition keine Kolonien und beanspruchten auch offiziell keine Interessensphäre. Kisor war als interianisches Regionalzentrum bis zum Rückzug des Imperiums 800 Jahre für den Sektor verantwortlich gewesen. Die Kisori betrachteten es seither als ihre Aufgabe, im umliegenden Raum die Ordnung aufrechtzuerhalten und dazu gehörte es auch, dass sie sich - ihrer Meinung nach - eroberungslüsternen Emporkömmlingen entgegenstellten.
Die Koalition war in der ersten Hälfte des Jahrhunderts bis auf wenige Ausnahmen sehr zurückhaltend gewesen im Bezug auf die Unterstützung von Siedlern bei Problemen mit Ureinwohnern. Die Siedlungsgesetze verboten eine Einmischung und die inneren Angelegenheiten und dies wurde in der Tagespolitik auch so umgesetzt.
Die interfraktionelle Kommission unter der Leitung der Senatorin Niu Yuqin entwarf die Siedlungsgesetze 2482 nach gründlichem Studium. Die Kommission untersuchte die wenigen damals verfügbaren außerirdischen Quellen und nahm sozioökonomische Modellrechungen der Technischen Universität Kalkutta zu Hilfe, um die Folgen verschiedener Entwürfe zu betrachten. Die endgültige Fassung, die dann die Parlamente passierte, war ein sehr vorausschauender Versuch die Kolonien zu unterstützen und dabei gleichzeitig die junge Koalition nicht durch zu starkes Engagement an vielen weit entfernten Orten zu überfordern.
Die Siedlungspolitik der Koalition änderte sich etwa 15 Jahre nach der Kelrec-Belagerung. Die Koalitionsregierung wurde von den Handlungen der Siedler ungewollt in Konflikte hinein gezogen. Sie gab den Forderungen der Siedler nach und gewährte erst militärischen Schutz, später auch offensive Unterstützung. Die Erfahrung mit dem einträglichen Protektorat Miro verleitete die Koalition zu einer mehr Einfluss beanspruchenden Politik.
Die interianischen Truppen, die Miro besetzt hatten, übergaben die Kontrolle an die Koalition und zogen sich innerhalb von 9 Monaten zurück. Die Koalition hatte die Wahl, entweder die Kelreci von Miro wieder sich selbst zu überlassen oder eine ständige Besatzung zu etablieren. Xenologische Studien wiesen darauf hin, dass die Mentalität der Kelreci trotz ihres ungestümen Eroberungsdrangs unter Aufsicht doch friedlich sein würde. Sie wurden in den Folgejahren bestätigt und Miro offenbarte ungeahnte Schätze in technologischer, als auch wirtschaftlicher Hinsicht. Das Protektorat Miro warf schon nach kurzer Zeit Gewinn ab für den Koalitionshaushalt, das Sozialprodukt der Koalition, für Handelsgesellschaften und Individuen, die mit den angesammelten Technologiegütern der Kelreci Handel trieben.
Die Krise entwickelte sich nach der besagten Änderung der Außenpolitik:
2560 Sapio: Eine Siedlung wird von Ureinwohnern zerstört.
2562 Tawanna: Die neuen Siedler müssen sich nach Übergriffen der Ureinwohner in die Raumhafenzone zurückziehen.
2565 Alway: Entdeckung 2521. Besiedlung durch irdische Siedler nach Abkommen mit den Ureinwohnern 2532. Die Streitigkeiten, die schon 8 Jahre nach der Besiedlung begonnen haben eskalieren so schnell, dass die menschlichen Siedlungen bald festungsartig ausgebaut werden müssen. 2566 Auslöschung einer Stadt und Versklavung der Siedler durch das im gleichen Gebiet lebende Kangri-Volk.
2567 Alway: Landung von Koalitionstruppen. Bombardierung und Besetzung von Kangri-Städten. Partisanenkrieg der Kangri.
2569 Ohni: Unruhen in den Uranbergwerken der Gesellschaft Stellar Metals werden mit Waffengewalt niedergeschlagen. 2572 Vernichtung der menschlichen Kolonie durch eine 100 kt Bombe.
2572 Nach einer ähnlichen Entwicklung, wie auf Alway, zwingen Koalitionstruppen ein Volk des Planeten Khedron zu einem Verzichtfrieden. Protest Kisors. Ab 2575 unterstützt Kisor den Guerillakrieg der Ureinwohner. Dabei kommt es 2578 zu einem Schusswechsel zwischen einem Schiff der Koalition und einem Gildeschiff von Kisor.
2574 Handelsstützpunkt auf Diobe. 2581 Ausweitung zu einer Kolonie. Anspruch auf die sog. Grüne Wüste, der einzigen für Menschen bewohnbaren Region. Ablehnung durch die umliegenden Fürstentümer. Trotzdem ab 2582 Besiedlung. Nach Entdeckung der Siedlungstätigkeit bittet der Rat der Fürsten dieses Landesteils Kisor um Hilfe. Bis 2584 Bemühungen Kisors um eine diplomatischen Lösung. Befehl Terras, alle Siedlungsaktivitäten auf Diobe einzustellen. Siedler verweigern gehorsam. 2585 Zwangsdeportation irdischer Siedler durch Kisors Schiffe. Bewaffneter Widerstand der Siedler. Antwort Kisors mit Nuklearwaffen. Entsendung von Koalitionstruppen zum Schutz der Siedler. Erstmals direkte Konfrontation zwischen Soldaten Terras und Kisors.
2576 Kisor entsendet Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelskolonien. Bis 2582 wird mehreren terranischen Handelsschiffen die Landung verweigert.
2578 Freundschaftsvertrag der Koalition mit dem Königreich Deimas.
2578 Die Lage auf Tawanna verschärft sich wieder. Die Eingeborenen greifen Kolonisten mit schweren Waffen an. Warnung Kisors vor Intervention Terras. 2582 Ersteinsatz von Atomwaffen durch die verzweifelten irdischen Siedler. Zerschlagung der menschlichen Truppen. Partisanenkrieg der Terraner unterstützt durch die Koalition.
Nachdem kleineren Zwischenfällen rüstete Kisor die Kangri zum Schutz mit modernen Waffen aus. Diese setzten die Waffen unmittelbar ein, um die irdischen Siedler anzugreifen.
2580 Ermordung von Saa Madueke auf Panaha im Nadu System. Die Nigerianerin war berühmt geworden durch ihren Einsatz für die semiintelligenten Korikoalarinkiri (Graswanderer, kurz Koriko) in der Tibia Ojo Tiefebene des Loriotun Kontinents.
Die Tiefebene ist der einzige für Menschen bewohnbare Bereich des Planeten. Erste Auswanderer leben dort seit 2515. Ab 2525 nimmt die Auswanderung nach Panaha stark zu. Die Wohngebiete der Kolonisten dringen immer weiter in den Lebensbereich der Koriko vor. Um 2070 sind die Koriko vom Aussterben bedroht. Madueke, eine Panaha-Geborene, lebt ab 2060 in den wilden Sümpfen zusammen mit den Koriko. Sie wird berühmt durch eine Dokumentation von Oda Hideyoshi für das Natur-Magazin Shizen. Die Tutu Awo-Stiftung sammelt durch Merchandising bedeutende Summen zum Schutz der Koriko. Besonders beliebt sind die 3D-Tapeten von Tibia Ojo Landschaftsszenen, die vom Xiandaizhuzhai-Kanal der Slink-Abenteurerin Su Mei, an Tutu Awo gespendet wurden. Die Anstrengungen reichen aber nicht aus. Der letzte freie Koriko wird 2598 gesehen. Dann aber müssen 2605 alle Siedlungen im Nadu System wegen des Kisor-Krieges aufgegeben werden. Die Koriko in den von Tutu Awo finanzierten Schutzgehegen werden freigelassen, vermehren sich und breiten sich wieder über die Tibia Ojo Ebene aus. Erst 90 Jahre später, nachdem die kisorischen Siedlungsbeschränkungen ineffektiv wurden, kehren Menschen nach Panaha zurück. Sie treffen überraschenderweise auf Yoruba sprechende Korikoalarinkiri. Ranger hatten in den Schutzgehegen einigen Individuen die Sprache beigebracht und diese gaben ihr Wissen an ihre Gefährten und Nachkommen weiter.
2583 Wesentliche Verstärkung der zum Dschungelkrieg eingesetzten Truppen auf Alway, die der Lage bisher nicht Herr werden konnten. Es bilden sich mehrere große Zentren. Im sicheren Gebiet entstehen Agrarkolonien.
2585 Ausschreitungen gegen Gildeeinrichtungen auf Asgard, Abteku, Vatan ausgelöst durch die Deportation der Diobe-Kolonisten. Terroreinsatz der gepanzerten Infanterie der Koalition gegen den von Kisor geschützten Sapio als Warnung.
2586 Abschuss eines Gildeschiffes beim Einflug in das System Asgards.
2588 Die Planetenregierung von Äzea kündigt den Handelsvertrag mit Kisor. Gleichzeitig wird ein Beistandspakt mit der Koalition geschlossen.
2588 Vernichtung einer größeren militärischen Einheit Kisors auf Diobe. Befestigung des menschlichen Interessengebiets.
2589 Kisor entsendet eine Kriegsflotte, um die Raumüberlegenheit der Koalition im System Diobes zu durchbrechen. Kämpfe mit schweren Verlusten bringen keine Entscheidung.
2589 Auch Jesuaa löst sich aus dem Handelsimperium der Gilden. Blockade durch Gildeschiffe.
2591 Landung auf Jesuaa und Besetzung durch Kisors Truppen.
2591 Zuspitzung der Lage auf Khedron. Die von Kisor unterstützten Guerillas stoßen bis in die Städte vor.
2591 Schwere Raum- und Bodenkämpfe im System Jesuaas.
2591 Unterstützung der menschlichen Partisanen auf Tawanna durch Gildeschiffe verhindert.
2592 Angriff der Flotte von Kisor gegen Ohni. Zerstörung der neu aufgebauten Mienenanlagen. Internierung der Menschen.
2592 Afro, eine wichtige Handelskolonie Kisors bietet der Koalition einen militärischen Stützpunkt und die Handelsmission der Gilden an. Kurzzeitiger Terroreinsatz von Kisors Truppen, der mit Atomwaffen geführt wird.
Der Denkweise der Völker von Afro entsprechend, wurden die Gildeeinrichtungen gewaltsam geräumt und die 124 Gildevertreter ermordet, da sie für die Bewohner Afro nicht mehr nützlich waren. Die Mentalität der Kisori, die der menschlichen sehr ähnlich ist, wertete dies natürlich als Provokation. Der Rat der Gilden war vermutlich mit der Denkweise der Afro-Bewohner vertraut und wurde nur durch den Meinungsumschwung Afros, nicht aber durch die Folgen überrascht. Die kisorische Öffentlichkeit nahm den Vorfall aber nicht hin, sondern forderte Vergeltung. Die Vergeltung wurde als bodennaher Terroreinsatz gegen die Infrastruktur einer Industriemetropole auf Afros Südhalbkugel durchgeführt, dem 23.000 Bewohner zum Opfer fielen.
2593 Die Völker von Neith lehnen sich gegen die Herrschaft des Königreichs Deimas auf. Unabhängigkeitserklärung Neiths. Rückeroberungsversuch durch Deimas. Massive Waffenhilfe Kisors für Neith.
2594 Stellvertreterkrieg zwischen Deimas und Neith. Bombardierung der Planeten. Die Koalition und Kisor treten mit eigenen Truppen in den Krieg ein. Angriffe auf Stützpunkte der beiden Hauptgegner.
2595 Kriegserklärung der Koalition an Kisor.
2596 Beschluss des Konfliktvertrags auf 6 Jahre zwischen 15 der 26 echten Gilden, davon 4 Gilden als assoziierte Vertragspartner mit reduziertem Einsatz.
9 Gilden traten dem Konfliktvertrag nicht bei, sondern blieben neutral. Dies zeigt, dass die Mittel der Kontroverse auf Kisor stark umstritten waren. 7 Gilden trieben sogar weiterhin Handel mit Menschen, davon 4 bis 2604 auch mit dem Sol-System. Die Gruppe der inoffiziellen Gilden blieb mehrheitlich neutral. Mit dem Konfliktvertrag entstand auf Kisor der eigentliche Kriegsgegner der Koalition. Die teilnhmenden Gilden verpflichteten sich, mindestens 40% ihrer Ressourcen für den Krieg zu verwenden. Das Oberkommando konnte auf ca. 15% des gesamten wirtschaftlichen Potentials Kisors zurückgreifen. Nur dieser Beschränkung ist es zu verdanken, dass die Koalition trotz unterlegener Technik überhaupt bestehen konnte, wenn auch nur unter Einsatz des gesamten wirtschaftlichen und technischen Potentials der menschlichen Sphäre. Auf dem Konfliktkongress von 2604 traten 6 Gilden dem Vertrag bei, 3 assoziierte Partner wurden Vollmitglieder und 2 Gilden kündigten den Vertrag. Da sich die Koalition schon in der Defensive befand, mussten die neu beigetretenen Gilden wesentlich geringere Gewinnanteile akzeptieren. Durch den Zuwachs konnte Kisor den Krieg ab 2604 mit 22% der Ressourcen führen.

-> weiter